In der Ortsbeiratssitzung am 27.09. war ein Tagesordnungspunkt "Ortsumfahrung Ahrensfelde" aufgeführt. Weitere Informationen gab es keine und so war es dann doch interessant die Versammlung zu verfolgen und zu erfahren was sich hinter diesem Tagesordnungspunkt verbirgt. Das Wort "Information" hätte sicher auch vorher genügt. Der Vortrag von Herrn Allerdissen war ein Abriss der Historie und letztendlich auch ein Hinweis auf die bereits von der AWG angestrebte Beendigung des jetzigen Planungsverfahrens. Es waren auch interessierte Zuhörer gekommen, aber was sollte die Vorstellung im OB wirklich bewirken. Die wirklich interessierten Bürger haben es doch schon lange begriffen, die Politik ist nur über die entsprechenden Machtverhältnisse umzusetzen, oder man geht auf die Straße!
Es ist ein Traum, wenn irgendjemand jetzt noch an einen Abbruch des Verfahrens denkt. Die Einstellung des laufenden Verfahrens kann allerdings erfolgen, das ist doch nur logisch, wenn die Bürokratie so funktioniert und Gesetze unser Leben bestimmen.
Fakt ist, die Argumente der verfehlten Planung und der daraus resultierenden Ergebnisse auf die Bürger in der Gemeinde, sind nicht länger hinzunehmen. Der Knotenpunkt am Bahnhof Ahrensfelde ist nicht beherrschbar! Das sollte eigentlich jedem normal denkenden Menschen sofort einleuchten. Wie allerdings Verkehrsplaner die Situation von 3 einmündenden Straßen an einem Bahnübergang, wo Züge im 30-Minuten-Takt, also 4 mal pro Stunde verkehren, lösen wollen bleibt ein Rätsel. Ich vergaß es ist auch noch ein P&R-Platz mit in diesen Knotenpunkt zu integrieren.
Es wird auch eine verfehlte Strukturpolitik der Länder Berlin und Brandenburg immer deutlicher sichtbar und der Speckgürtel rund um Berlin ist an vielen Stellen nicht mehr in eine verbesserte Verkehrsstruktur zu verändern. Zweispurige autogerechte Straßen bis an die Stadtgrenze sind eben nicht durch die Orte hindurchzupressen. Der Beginn ist historisch und hängt auch nicht mit der Wende zusammen, sondern liegt liegt in der DDR, wo auch schon autogerecht der Stadtbezirk Marzahn geplant und(!) gebaut wurde.
Schuldige zu suchen ist müßig und abwegig, aber neue Fehler begehen ist viel schlimmer und so sollte das Wohl der Bürger und das Finden einer Lösung im Kontext aller Einwohner oberste Priorität haben. Die Länder Berlin und Brandenburg dürfen auch nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Wozu haben wir den LEP, oder auch das "Achsenentwicklungskonzept"? Sind das nur Beruhigungspillen für die Bevölkerung?
Ich sehe der nächsten Gemeindevertretersitzung schon mit Spannung entgegen.
Klaus Hilpert
Ahrensfelde
