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Mittwoch, 19. Mai 2021

Von Bürgern unerwünschte Bauvorhaben durch die Hintertür?

In der Mai-Sitzung der Gemeindevertretung ging es auch um die Schulbezirke, kurz, welche Kinder aus welchem Ortsteil wo in die Schule gehen sollten. Natürlich erst, wenn die Schule in Lindenberg fertig sein wird. Denn Ahrensfelde verfügt dann über den Luxus (?), zwei Grundschulen zu besitzen, die vom Landkreis betriebene in Blumberg und die der Gemeinde am Ortsrand von Lindenberg, die, wenn alles klappt, im Schuljahr 2022/2023 die ersten Schüler empfangen wird. 

Selbstredend, dass da perspektivisch gedacht werden, also auch der Zuzug schon eingeplant werden muss. Und Herr Swen Schwarz, Leiter Fachbereich II - Bürgerdienste, informierte über die freudige Tatsache, dass zu uns besonders gern junge Familien mit Kindern zögen, mehr als anderswo. Also um die Zukunft eines vitalen Ahrensfeldes brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Toll!

Für den Zuzug braucht es auch Wohnungen und Häuser, klar! Und Herr Schwarz zählte einige Bauvorhaben auf. 

Darunter auch ein geplantes Wohngebiet in Lindenberg auf sage und schreibe 31 Hektar Fläche Ackerland!

Und das machte mich hellhörig. Strebt nicht erstens die Bundesregierung an, den Flächenverbrauch für Wohnungs- und Wirtschaftsbau bis 2030 zu halbieren? Dazu schlagen die Planer der Hauptstadtregion vor, auf 1.000 Einwohner nur einen Hektar zuzubauen. 

Nun hat Lindenberg über den Daumen so um 2.500 Mitbürger, also wären das nach Adam Riese 2,5 Hektar und nicht 31 ha Ackerland

"Ackerland in Bauernhand" war die Losung des Diplomlandwirtes Wilfried Gehrke zu seiner Wahl als Bürgermeister. Recht hat er!

Auch weil die Bevölkerung von Ahrensfelde seit der Wende enorm gewachsen ist und so manches Feld und manche Wiese zubetoniert und halbe Wälder abgeholzt wurden. Immer neue Wohngebiete entstanden und dörflichen Charakter haben nur Blumberg und Mehrow. Noch! Die Infrastruktur ist nicht mitgewachsen, die Dorfstraße und die Linderberger Straße ersticken im Verkehr, um nur ein Beispiel zu nennen. Umgehungsstraße in den Sternen!!!

Und deshalb gab es auch zweitens im Ortsbeirat Ahrensfelde ernste Bedenken zu den Plänen, in Lindenberg außerhalb des Dorfkerns ein so großes Wohngebiet zu errichten, der dritte Satellit nach Neu-Lindenberg und Lindenberg Süd. Die Verwaltung scheint unbeeindruckt! 

Auch, drittens, dass sich bei einer Ortsbeiratssitzung in Lindenberg der überwiegende Teil der Einwohner, es waren gut vier Dutzend anwesend und damit wesentlich mehr als sonst, gegen dieses vorgestellte Projekt ausgesprochen hat. Sie forderten zuallererst eine Umgehungsstraße. Außerdem sollten die neuen Bewohner des gerade fertig gestellten Wohngebietes Lindenberg Süd erst einmal sesshaft werden. Und es gab weitere, nicht von der Hand zuweisende Argumente. Davon hat auch der leidende Verwaltungsmitarbeiter Swen Schwarz Kenntnis.

Amtsinhaber aber, sind der vollständigen Wahrheit verpflichtet, was auch heißt, Zweifel, Unsicherheiten und Gegenargumente nicht zu verschweigen. Das neue Projekt Lindenberg, so scheint es, soll durch die Hintertür zur Tatsache werden, gegen den Willen der Einwohner, auch durch die Schulbezirksplanung vorbereitet. Nicht nur die Schulplanung muss demokratisch entwickelt werden, auch das Wachsen und Werden der Großgemeinde, aber im Sinne der Bürger.

Hartmut Moreike

 

 

Dienstag, 18. Mai 2021

Ahrensfelde pflanzt …? – Von wegen!

Bürgermeister macht Stimmung gegen unseren Antrag, dringend fehlende Bäume zu pflanzen!

Gehrke mit dem Spaten in der Hand – so sieht sich der Bürgermeister am liebsten, zuletzt in Blumberg. Aber das, was er  jahrelang unwiderruflich ausgegraben, vernachlässigt und vernichtet hat – nämlich Natur- und Kulturflächen – das versucht er jetzt als Klimameister Ahrensfeldes fürs Image wieder reinzuholen.  

War er es nicht, der anfangs gegen die Initiative „Ahrensfelde summt!“ argumentiert hat?

Jedenfalls gab es gestern Abend die Gelegenheit für den Bürgermeister und die politischen Parteien bzw. Wählervereinigungen, sich eindeutig für die Natur zu positionieren!! 

Wir hatten einen Antrag eingebracht mit dem Ziel, 500 Bäume im Gemeindegebiet zu pflanzen. 500 Bäume, die erstens dringend notwendig wären, weil in den letzten Jahren zahlreiche Bäume unwiderruflich Gehrkes Bauwahn weichen mussten, 500 Bäume, die einen unschätzbaren ökologischen und klimatischen Wert für die Gemeinde Ahrensfelde haben. 

So, und nun denken Sie bestimmt: Sehr guter Vorschlag, den man doch nur unterstützen kann? Ja, das denken Sie, aber der Großteil Ihrer Volksvertreter sieht das anders. 

Hier ein paar Beispiele aus der Diskussion:

CDU (H. Laqua, W. Gehrke): Es gebe wenige bis keine geeigneten Flächen, Bäume an Straßenrändern seien ungeeignet wegen der Leitungen darunter. Es gebe auch keinen „Topf für Bau-Ausgleichsmittel“. Die Bäume seien zu teuer, an welcher Stelle sollen wir dann andere Vorhaben streichen? Warum werden die Ortsbeiräte nicht beteiligt? 500 Bäume seien zu viel … .

Bürgerverein Eiche e.V. (K. Tietz): Der Ortsbeirat Eiche werde hier übergangen, bekomme 100 Bäume vorgesetzt, die er zu akzeptieren habe.

Für Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, noch einmal der Antragstext im Wortlaut:

Die Gemeindevertretung beschließt, in jedem Ortsteil in Absprache mit den Ortsbeiräten 100 Bäume unterschiedlichster Art zu pflanzen. Die notwendigen finanziellen Mittel werden aus dem Topf für Bau-Ausgleichsmittel oder durch zu beantragende Fördermittel generiert.“

Bündnis 90 / Die.Grünen (J. Schenderlein, F. Schulze) stimmte nicht für die 500 Bäume. Ausgerechnet die Grünen! Es versteht kein Mensch…

Lobenswert an dieser Stelle: Dr. Burckhardt Ackermann (Die.Linke) stimmte nicht gegen neue 500 Bäume.

Ergo: Erneut möchten sowohl die CDU als auch der Bürgerverein Eiche e.V. einfache, klare Sätze nicht verstehen oder verdrehen diese so, dass sie als Grundlage für eine hetzerische Ablehnung vorgeschoben werden. 

Dies schadet zu Einen dem Grundsatz der sachlichen Meinungsbildung, welche diese Parteien bzw. Wählervereinigungen immer von Anderen einfordern, aber selbst nicht einhalten und zum Anderen schadet es der Natur: Die 500 Bäume werden nicht gepflanzt … .

Patrick Seiler

Heute (19.05.2021) die MOZ zur Debatte um um unseren Antrag auf Baumpflanzungen in den Ortsteilen:

Nun musste Fachbereichsleiter Schwarz noch seinen Senf in die Debatte streuen. Natürlich zum Gefallen des Bürgermeisters, seinem Förderer. Und er meinte stolz in den Jahren 2018 bis 2020, man höre und staune im Durchschnitt 45 Bäume pro Jahr gepflanzt zu haben! 

Zu einem standing ovation sei es nicht gekommen, weil er wohl vergessen hatte, die Zahl der Bäume zu nennen, die in dieser Zeit ihr Leben in der Gemeinde aushauchen mussten. Tolle Leistung, die womöglich zur nächsten Gehaltssteigerung führt. Und Herr Schwarz scheint den Antrag nicht richtig gelesen zu haben, denn da steht nichts von Baumpflanzungen nur im Innenbereich der Ortsteile!

Hier darf erneut daran erinnert werden, dass die Verwaltung auf Antrag unserer Fraktion Flächen für jeden Ortsteil benannt hat, die für Ausgleichsmaßnahmen geeignet wären. Was soll da das Gequatsche des Bürgermeisters zwecks fehlender Möglichkeiten an Flächen für Ausgleichsmaßnahmen ist die Verwaltung in ihren Aktivitäten für die Natur und Umwelt gebremst. Das Geld dafür fehle natürlich und Gehrke droht mit Sparzwang bei anderen Projekten. Er verschweigt allerdings dabei, das er die Gelder für Ausgleichsmaßnahmen, die er dem Ausgleichspool des Kreises großzügig zukommen ließ, jetzt für konkrete Projekte in der Gemeinde (u.a. für Baumpflanzungen) nicht abruft! 

Die Möglichkeit hat er! Er hat auch die Möglichkeit Fördergelder bei der LAG u.a. für konkrete Bepflanzungen von gemeindlichen Flächen zu beantragen. Wir werden nachfragen, wie es darum in der letzten und neuen  Förderperiode der LAG steht.
 

Tagung vom Sozialausschuss - aufschlussreiche Berichte und ein paar Irritationen

Der Sozialausschuss tagte wieder in der vergangenen Woche und es war eine prall gefüllte Tagesordnung. Doch was waren die Ergebnisse?

Los ging es mit dem Medienkonzept, doch hoppla, wer da erwartet hatte es gibt ein paar Fakten dazu, der wurde bitter enttäuscht. Es gibt zwar ein Konzept, aber das liegt liegt unter Verschluss in der Schule. Da machte sich so mancher seine Gedanken, aber das Thema wurde abgehakt.

Leider war nicht zu erfahren, was eigentlich die Eltern zum Schulunterricht in diesen etwas schwierigen Zeiten so zu sagen haben. Das die Gemeinde nicht die Bildungspolitik zu verantworten hat ist ja die eine Seite, aber was dann mit den Geldern zur besseren Ausstattung geschieht ist vielleicht auch nicht ganz unwichtig. Das Thema betrifft uns ja u.U. nur noch ein Jahr für diese Schule, aber wie geht es weiter? Leider wurde die neue Grundschule nicht mit geplant, als es um die Förderung über den Digitalpakt ging. 

Die Kinder- und Jugendarbeit mit Sozialraumbeschreibung wurde sehr ausführlich dargestellt und leider auch sehr ausführlich erläutert. Hier lagen allerdings umfangreiche Unterlagen vor und es gab die Überraschung im Bericht, die Senioren wurden nicht mehr in diesem Bericht explizit gewertet. Mit der Erklärung, Anweisung vom Landkreis, gaben sich die Anwesenden, mit wenigen Ausnahmen zufrieden. Allein dieser Punkt hätte die ein oder andere Bewertung verdient, das Zahlenwerk bot ja einige inhaltliche Wertungen.

Die Ehrenamtsarbeit ist sicher inzwischen eine Erfolgsgeschichte und das Interesse ist auch durch Corona z.T. sogar befeuert worden. Hilfe und Unterstützung sind für viele auch unerlässlich und Veränderungen im Leben haben auch und speziell vor unseren Älteren nicht Halt gemacht. 

Warum der letzte Satz so bemerkenswert ist?

Für die nächste Beratung gab es keine Themenvorschläge, ist damit alles i.O.?
Die Gedanken darf sich jeder selbst machen.

Klaus Hilpert
Ahrensfelde

  

Montag, 17. Mai 2021

Und es geht doch! Ausgleichsmaßnahme für Versiegelung durch Bauen auf Gemeindegebiet – Renaturierung der Wuhle

Es wurde immer wieder vom Bürgermeister und seinem für Bauen zuständigen Verwaltungsbeamten abgestritten, dass es in der Gemeinde Möglichkeiten gäbe, um Ausgleichsmaßnahmen für Boden-versiegelung durch Wohnungsbau bei uns durchzuführen. 

Also, per Gesetz sind Investoren verpflichtet, für die Anspruchnahme von unversiegelten Flächen, also Brachen, Wiesen, Felder oder gar Wälder finanzielle Entschädigung zu leisten. Dabei ist viel Geld im Spiel, bis zu 100 ja 700 € je Quadratmeter. Da es angeblich hierzulande keine Möglichkeiten gab, Hecken und Bäume zu pflanzen, Teiche und Weiher biologisch aufzuwerten, Feuchtwiesen als biologische Biotope zu erhalten, floss und fließt das Geld aus Ahrensfelde in den Barnimer Flächenpool.

Dabei orientiert der Landkreis darauf, dass der Ausgleich im gleichen Naturraum, also in örtlichem Bezug zu den Versiegelungen stattfinden soll. Im Regelfall im Gemeindegebiet. Deshalb fordern die Ahrensfelder Unabhängigen seit Jahren, einen kommunalen Flächenpool zu erarbeiten!

Dabei geht es ja nicht nur um das Pflanzen von Bäumen und Hecken, sondern auch um die Entbuschung von Luftaustauschbahnen, um Maßnahmen der Minderung von Lärm und den Immissionsschutz, um Projekte der Erholung oder, wie das vorliegende Projekt Mehrower Weiherketten, um die Renaturierung der Stillgewässer durch Pflege der Ufer, Einbringen von Wasserpflanzen und Röhricht. 

Jochen Wünsche, nicht nur Diplomgärtner, sondern auch „Parkvater“ des Kleinods Lenné-Park und aktiver Naturschützer weist schon seit Jahren auf die Notwendigkeit der Pflege und den Erhalt der Mulden und Feuchtsenken auf Gemeindegebiet hin, nicht nur Kinderstube für geschützte Reptilien und Lurche.  

Hoppegarten hat es uns mit den Hönower Weiherketten vorgemacht, die nun wieder wertvoller Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt sind und zum Südost-Barnimer Schutzgebiet gehören.

Dass es durchaus auch in Ahrensfelde möglich ist, Kompensationsmaßnahmen durchzuführen, zeigt nun das Projekt „Renaturierung der Wuhle“, das im Bauausschuss vorgestellt wurde und nun in die Gemeindevertretung ging.

Die Wuhle entspring im Waldgebiet Rehahn und fließt nach 16,5 Kilometer bei Spindlersfeld in die Spree. Bei uns auf ihrem kurzen Weg verläuft sie oft, wie auch im Ahrensfelder Dreieck, kanalisiert in Rinnen und Rohre.

 

An der Grenze nach Berlin soll das einst begradigte Flüsschen nun in Mäandern von 269 auf 450 Meter verlängert werden, um so eine Flussaue zu schaffen, die nicht nur das Hochwasserrisiko verringert, sondern gleichzeitig ein naturnahes Biotop wird

Das Ganze ist ein Projekt des Wasser- und Bodenverbandes Finowfließ und kostet ein hübsches Sümmchen. Das wird aus dem Ökopool des Landkreises Barnim finanziert. 

Es ist ein Trugschluss, dass das der Gemeinde keinen Cent kostet, denn in diesen Topf hat Ahrensfelde reichlich eingezahlt. 

Im Bauausschuss gab es von allen Mitgliedern nur Zustimmung und von den Ahrensfelder Unabhängigen die Anregung und den konkreten Vorschlag, auch weitere Ideen für Ausgleich-maßnahmen im Gemeindegebiet zu entwickeln.

Hartmut Moreike

Freitag, 14. Mai 2021

Gehrke gibt Schulstandort für Gymnasium in Ahrensfelde auf

So kann man es aus dem heutigen Beitrag der MOZ (15.05.2021) herauslesen! 

Der von allen Fraktionen favorisierte Standort an der Lindenberger Straße (Kirchengelände) im Ortsteil Ahrensfelde, dessen Ankauf durch Beschluss der Gemeindevertretung zu prüfen war, scheint vom Tisch. 

Ein Standort in Nähe des Werneuchener Bahnhofs wird wohl das Rennen um das Gymnasium machen.

Aber lesen sie selbst, liebe Blogleser: 


 

Die Vorstellung der Unabhängigen zur zukünftigen Schulplanung der Gemeinde haben wir hier im Blog, aber auch darüber hinaus im Kreis und in den Medien aufgezeigt. Im Kern dazu Folgendes:

Im Grundschulbereich  plädieren wir für die Auflösung der sich zukünftig  in Trägerschaft des Landkreises befindenden zweizügigen Blumberger Grundschule. Das macht es notwendig eine zweite neue Grundschule in Dreizügigkeit im Ortsteil Ahrensfelde oder Eiche zu errichten.

Mit dem Verkauf der Immobilie Grundschule Blumberg an den Landkreis hat die Gemeinde zugestimmt, dort eine zweizügige Oberschule in Trägerschaft des Kreises einzurichten. Damit kann die Gemeinde allerdings mittelfristig nicht allen Abgängern der Grundschule einen Schulplatz an dieser Oberschule anbieten. Soll das aber garantiert werden, ist der Ausbau der Oberschule auf die Vierzügigkeit unumgänglich. Gleichzeitig würde es Sinn machen, den hier eingeschulten Oberschülern über den mittleren Schulabschluss hinaus, mit der Einrichtung der gymnasialen Stufe, das Abitur  zu ermöglichen. 

Nun stände natürlich Ahrensfelde auch ein staatliches Gymnasium gut zu Gesicht. Angestrebt wird das seit Jahren. Allerdings scheinen die Würfel vorerst zu Gunsten von Werneuen gefallen zu sein!

Die Situation in der Schulplanung ist gegenwärtig eine andere, als die vor 10 - 15 jahren etwa. Eine komplexere, bedingt durch die Landesplanung nämlich. Werneuchen und Ahrensfelde als Teil eines Entwicklungsraumes entlang der R25 rücken in allen Planungsbereichen und Kommunalbereichen einander näher, also auch in der Schulplanung. Und man kann es Werneuchen nicht verdenken, das Bildungsangebot der Stadt mit einem Gymnasium in Bahnhofsnähe, gut auch für Ahrensfelder Schüler erreichbar, qualifizieren zu wollen.

Mittwoch, 12. Mai 2021

Auch die Würde der Senioren ist unantastbar

Im Ausschuss für Soziales und Kultur der Gemeinde Ahrensfelde ging es eher beschaulich zu. Die Kultur ruht jetzt ohnehin bedingt durch Corona und auch die Jugend- und Seniorenarbeit ist stark eingeschränkt. Gespannt war ich auf die Sozialraumbeschreibung, die von der AWO vorgelegt wurde und war bitter enttäuscht. Meine Generation der Rücken- und Hüftschmerzen geplagte Generation der grauen Panther kam einfach nicht vor, wurde glatt unterschlagen. So, als wenn wir nicht existierten. Gut, vielleicht waren wir in der Kriminalstatistik anteilmäßig erfasst, ganz bestimmt in der Rubrik Sterbefälle. Aber das war es schon.

Dabei wäre es sicher interessant zu erfahren, wie die nun oft genannte Haupt-Risikogruppe lebt, in welchem sozialen Umfeld, ob allein oder mit Partner, ob mobil, selbstständig oder mit Handicap. Wer kümmert sich um sie und wie auch die Gemeinde um die, die am Wachsen und Werden von Ahrensfelde weit mehr beteiligt waren, als die in dem Bericht erfassten 0 - 27jährigen?

Die Gruppe der über 65jährigen wird bei uns im Barnim 2030, und das ist ja nicht so lange hin, die Hälfte der Bevölkerung ausmachen und sicher bald auch in Ahrens-felde. Auch wenn unser Bürgermeister Wilfried Gehrke immer wieder betont, das wir eine junge Gemeinde sind, 46,7 Jahre im Alterstdurchschnitt ist nicht gerade das Sturm- und Drangalter. Bei uns gibt es heute schon 1.765 Mitbürger, die über 67 Jahre sind, also 12,7 %. Und ich glaube, sie haben es verdient, dass man sich über sie und ihre Lebensumstände immer wieder Gedanken macht.

Es ist nicht so, dass die Gemeinde die Senioren aus dem Auge verloren hat und nicht Einiges für sie aufwendet, Zugegeben. Auch wenn sie meint, auf ihre konkrete politische Teilnahme mit einem Seniorenbeirat, im Land Brandenburg gestalten 163 Seniorenbeiräte das gesellschaftlich-politische Leben aktiv mit, bei uns auf sie verzichten zu können. Es wäre interessant, wie viele der Senioren die angebotenen Veranstaltungen für Senioren besuchen? Neben dem beliebten Eisbeinessen und den Tanzvergnügungen ist es doch nur ein Bruchteil und es sind auch immer die Gleichen. Zwar ist das Mitglied des Kreis-Seniorenrates, Frau Klietsch, recht zufrieden, aber ich bin überzeugt, dass Spielnachmittage und Kaffeekränzchen nicht den Ansprüchen heutiger Generationen von Senioren genügen, die in der Arbeitswelt oft hochqualifizierte und interessante Tätigkeiten verantwortlich ausfüllten. Auch die Gemeindevertretung verzichtet auf dieses Potential an Ideen und Erfahrungen, verzichtet auf ihre Einbeziehung und Erfahrungen in Arbeitsgruppen oder eben einem Seniorenbeirat. Leider, obwohl das sicher nicht sehr klug ist!

Eine alte Linde verpflanzt man nicht, sie ist fest verwurzelt, so wie viele Ahrensfelder Senioren. Doch nun wohnen sie allein, das Haus ist leer und viel zu groß, die Gartenarbeit ist nicht zu schaffen. Nun wollen einige betagte Mitbürger das Haus eintauschen gegen eine altersgerechte Wohnung in vertrauter Umgebung, nahe bei Bekannten und vielleicht auch dem liebgewordenen Kaffeekränzchen. Die Koope-ration mit der Werneuchener Wohnungsbaugenossenschaft böte die Gelegenheit, auf Ge-meindeeigentum altersgerechten, betreuten Wohnraum oder ein Seniorenheim zu errichten für einen würdevolles, selbstbestimmtes Älterwerden. Das, wie ein Bestell- und Bringedienst bei Lebensmitteldiscounter, ein Rufbus und sogar die Kleinigkeit, wie Bänke auf den Straßen und Wegen zum Verschnaufen, all das und noch mehr wäre ein sinnvolles Betätigungsfeld für den Ausschuss für Soziales und Kultur.

Hartmut Moreike