Aus dem Ortsbeirat Ahrensfelde vom 23.November 2020
Heinrich Heine schrieb 1844 sein Gedicht „Im traurigen Monat
November wars“.
Es hätte auch gut zur letzten Sitzung des Ortsbeirats im Jahr
2020 gepasst. Eine dünne Tagesordnung, eine corona-getrübte
Gesamtatmosphäre und ein krepeliger Weihnachtsbaum auf dem
Rathausplatz ließen nur elegische Stimmung aufkommen.
Die Tagesordnung wurde geändert und routiniert abgearbeitet.
Einzig spannender Tagesordnungspunkt hätte die „Beratung über die
infrastrukturellen Maßnahmen in Ahrensfelde“ sein können. Wurde
es aber nicht, da es keinerlei Unterlagen gab, die Beratungsgrundlage
hätten sein können.
Ich stellte daher im Namen der Ahrensfelder Unabhängigen den
Antrag, den Tagesordnungspunkt nach entsprechender Vorbereitung auf
die nächste Sitzung (Januar 2021) zu verschieben. Der Antrag wurde
abgelehnt. Stattdessen wurde die „Beratung über die
infrastrukturellen Maßnahmen in Ahrensfelde“ in den nicht
öffentlichen Teil verschoben. Es folgte der Hinweis, dass über den
Inhalt der Beratung strengste Verschwiegenheit zu wahren sei, was
zulässig ist. Und in der Tat: Die Beratung war nicht
öffentlichkeitsreif.
Die Vergabe von Restmitteln aus dem Verfügungsfonds des
Ortsvorstehers verlief unspektakulär. Drei Anträge lagen vor. Der
Vereinsvorsitzende des SV 1908 „GRÜN-WEISS“ erhielt 500,00 Euro
für die Kinder und Jugendlichen des Vereins, um sich bei ihnen
würdig zu bedanken für ihr Verständnis und ihre Unterstützung. Je
250,00 Euro erhielten die Jugendfeuerwehrkameraden für eine kleine
Überraschung zum Jahresende und die Jugendlichen des Schützenvereins
für einen würdigen Jahresabschluss.
Meine Frage, wie denn die Restmittelverwendung durch die Bedachten
unter den Corona-Bedingungen der Kontaktminimierung und bei
Veranstaltungsverboten praktisch erfolgen solle, blieb unbeantwortet.
Als Maßnahme zur Verkehrsberuhigung in Ahrensfelde erfolgten
Messungen im Ahrensfelder Dreieck im Zeitraum 24.01. – 28.08.2020.
Die Auswertungen zeigten, dass sich ca. 85 % der Fahrzeuge im
Tempo-Limit von 30 km/h bewegten. Massenhafte Raserei war also nicht
nachweisbar.
Ich habe die Meinung vertreten, dass eine nachhaltige Verbesserung
der Verkehrsdisziplin der Fahrzeugführer hinsichtlich
Geschwindigkeitsüberschreitungen NUR durch häufige, unangekündigte,
schmerzhafte Blitzerkontrollen erreicht werden kann. Hierzu liegt die
Kompetenz jedoch nicht bei der Gemeinde, sondern ausschließlich bei
der Polizei. Entsprechende Abstimmungen wären wünschenswert.
Als weitere Maßnahme zur Verkehrsberuhigung wurden zwei
Aufpflasterungen im Ahrensfelder Dreieck (Einfahrt Kirschenallee und
Einfahrt Ernst-Thälmann-Str., Kosten: 40 000 Euro) beschlossen.
Da auch die jährliche Seniorenweihnachtsfeier in diesem Jahr den
Corona-Beschränkungen zum Opfer fiel, wurde ausgiebig diskutiert,
was man den Seniorinnen und Senioren zu Weihnachten Gutes tun kann
und wie das zu organisieren sei. Die vorgesehenen Weihnachtstütchen
sollen an die ca. 1200 Senioren gehen. Dafür wurden in Blumberg, Eiche, Mehrow und
Ahrensfelde ehrenamtliche Verteiler gefunden. Wer als Senior bisher
nicht „aktiv“ durch Teilnahme an Fahrten, Spielenachmittagen,
Kaffetrinken o.ä. in Erscheinung getreten ist und den Verteilern
damit quasi unbekannt ist, kann sein Weihnachtstütchen im Bürgerbüro
der Gemeinde im Empfang nehmen.
Dr. Helmut Pöltelt
Mitglied im Ortsbeirat Ahrensfelde für die Fraktion „Die
Unabhängigen Ahrensfelde“