Es gibt, so meinen vielleicht einige unter uns, Wichtigeres als Zauneidechsen. Falsch! Unsere Zukunft wird nicht durch große Worte und Gesten über das Wohl der Menschheit bestimmt, sondern durch die tagtägliche, mühselige Sorge um jeden Menschen, jeden Baum, jedes Bächlein und jeden Schmetterling bestimmt, ja auch um jede Zauneidechse.
Im Februar
dieses Jahres hatte ich in der Einwohnerfragestunde eine Frage, die die
Umsiedlung von stark geschützten Zauneidechsen anlässlich des weiteren Sportplatzbaus
bei Grün-Weiß Ahrensfelde betraf. "Die
Eidechsen wurden eingefangen und bekamen einen neuen Lebensraum, der Fachmann
sagt Habitat. Nun verpflichtet das Naturschutzgesetz die Gemeinde, mehrere
Jahre lang kontrollieren zu lassen, ob die geschützten Reptilien mit dem neuen
Lebensraum zufrieden sind, ihn angenommen haben und sich wohl fühlen, also auch
vermehren. Nachdem die
Paarungszeit nun vorbei ist, beginnen die Echsen jetzt mit der Eiablage, höchste Zeit
sie zu zählen, denn ab August ziehen sich die Tiere schon wieder zurück. Auf
die allgemein verständliche, klare Frage, von wem, wann und mit welchem
Ergebnis diese Kontrolle durchgeführt wird, kam lediglich die allgemeine
Antwort des Fachbereichsleiters Schwarz: „Die Naturschutzbehörde."
Und das ist falsch.
Die Antwort der Unteren Naturschutzbehörde auf Nachfrage
lautete wörtlich: "Für den
Sportplatz in Ahrensfelde wurde ein Bebauungsplan beschlossen. Dieser schafft
das Baurecht und handelt auch die naturschutzrechtlichen Belange ab. Gem. §
1(1) BauGB liegt der B-Plan in der Zuständigkeit der Gemeinde, sie handelt hier
eigenverantwortlich. Gleiches gilt für die Überwachung der Umweltauswirkungen gem.
§ 4cBauGB. Innerhalb des B-Planes war ein Monitoring der Fläche im 2., 4. und 7
Jahr festgelegt. Für die Beauftragung und Honorierung des Monitorings ist die
Gemeinde zuständig. Den Bericht erhält ebenfalls die Gemeinde als Auftraggeber
und gibt diesen der Unteren Naturschutzbehörde zur Kenntnis."
Ich hatte damals auch geschrieben, dass die Mitarbeiter der
Verwaltung nicht allwissend und in jedem Fach zu Hause sein können. Und niemand
nimmt es ihnen übel, wenn sie sagen, dass sie sich erst bei Fachleuten
erkundigen müssen. Aber den B-Plan und seine Festlegungen, die muss Herr
Schwarz kennen oder sagen, dass er, da weit mehr Dokumente über seinen
Schreibtisch gehen, noch einmal nachschauen und die Antwort in der nächsten
Beratung geben würde.
So aber verliert die sicher engagiert arbeitende Verwaltung Vertrauen hier in einem Landstrich, in dem die Menschen noch immer ein Grundmisstrauen gegenüber Ämter und Verwaltungen haben, dass sich aus der Zeit der DDR leider "herübergerettet" hat.
Hartmut Moreike
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