Der Ausschuss heißt Wirtschaft, Bauwesen, Natur und Umwelt. Obwohl ich meine, dass sich jedenfalls bisher in Ahrensfelde Natur und Umwelt sowie Bauwesen ausschließen und es Zeit wäre, für sie einen neuen Ausschuss zu beschließen, ähneln sie sich in der Behandlung. Denn genau so rar, wie die Tagesordnungspunkte zu Themen der Natur und Umwelt sieht es mit der Wirtschaft aus.
Industrie- und Gewerbeflächen nehmen mit über 6.000 km² derzeit
18,5 % der Siedlungsfläche in Deutschland ein. In den letzten Jahren kam es auch
in Ahrensfelde zu einem erheblichen Flächenverbrauch, indem neue Standorte für
Industrie- und Gewerbe ausgewiesen wurden. Leider nicht immer zum Nutzen der
Gemeinde, nicht für neue Arbeitsplätze, nicht für mehr Dienstleistungen für die
Ahrensfelder. Widersinnige Storagen-Batterien für Berliner, also hässliche Hallen
mit Lagerräumen, wie in Eiche und auf dem Rehan gehören dazu. Das ist Bockmist
und eine Verschwendung von Flächen, die für Mensch und Natur eine eminent wichtige Ressource
sind, mit der höchst sorgsam umgegangen werden muss.
Unseren Kindern und Kindeskindern muss auch noch Entwicklungsfläche übrigbleiben,
denn Boden ist nun einmal nicht vermehrbar!
Aber zukunftsgerechte und intelligente Flächenpolitik sind in Ahrensfelde
sowohl in Verwaltung als auch in der Gemeindevertretung Fremdwörter. Nun
sieht das Achsenkonzept vor, bevor neue Flächen
erschlossen werden, müssen bestehende Gewerbegebiete neu überplant und
modernisiert werden.
Dazu würden auch die beiden Gewerbegebiete in Lindenberg
gehören, wo noch Erweiterung bis zur Autobahn möglich wären, der Rehan, wo mit
den Storagen, also Lagerhallen in Vermietung, wertvolle Flächen verschenkt
wurden, die keinen einzigen Arbeitsplatz für Ahrensfelder schaffen. Auch der
Unsinn, dass ein Lidl-Logistik-Center zahlreiche qualifizierte Arbeitsplätze
schaffen und damit das Pendeln nach Berlin einschränken würde, ist eine
Werbemärchen von Lidl, das von der Verwaltung, aus welchem Grunde auch immer, nachgeplappert
wird. Vor etwa 20 Jahren war das Verhältnis von Arbeitsplätzen
zur arbeitenden Wohnbevölkerung hier in guter Balance, die Zahl der Ein- und
Auspendler hielt sich fast die Waage. Seitdem sind tausende Bürger nach
Ahrensfelde gezogen, die ihren Arbeitsplatz an einem anderen Ort haben.
Der Kaufpark Eiche ist als Gewerbefläche aus anderem Holz geschnitzt,
beinahe könnte man ihm die scheußlichen Lagerhallen verzeihen. Da wird ein Teil
der Parkfläche des Centers zur Frankfurter Chaussee mit Wohnungen und kleineren
Dienstleistern sowie viel Grün überbaut. Ein Projekt, das sich sehen lassen
kann. Kleinere Dienstleister, darunter Cafés, Hofläden, ruhiges Handwerk,
ein Dreiseiten-Künstler- und Kulturhof und damit die Belebung der Ortszentren
waren Hauptwünsche bei den Beiträgen der Ahrensfelder zum Achsenkonzept. Kurze
Wege, so der Tenor, erhöhen die Lebensqualität. Und noch etwas: Vor jeder
Erweiterung und Verdichtung der Gewerbegebiete oder ein neuer, in Blumberg für
Kleingewerbe und Handwerk, steht die Hauptsache: die Infrastruktur dafür,
also die Umgehungsstraßen für Blumberg, Lindenberg und Ahrensfelde, endlich zu bauen.
Sei es, wie es sei, höchste Zeit, dass sich der „Bauausschuss“
einmal mit seinem ureigensten Sachgebiet Wirtschaft zukunftsbewusst beschäftigt.
Hartmut Moreike








